Verdi bezeichnet Warnstreik bei Lufthansa als deutlichen Erfolg

Lufthansa-Bodenpersonal streikt: Flugausfälle und drohende Eskalation

Der Warnstreik des Bodenpersonals der Lufthansa, veranlasst durch die Gewerkschaft Verdi, hat den Flugbetrieb des Unternehmens empfindlich getroffen. Von den geplanten mehr als 1000 Flügen fielen bis zu 90 Prozent aus, was dazu führte, dass mehr als 100.000 Fluggäste ihre Reisepläne ändern mussten, wie das Unternehmen bestätigte.

Die Beteiligung an den Aktionen an den Standorten Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin war mit rund 7000 Teilnehmern höher als beim vorangegangenen Warnstreik im Jahr 2022. Der Streik endete am Donnerstagmorgen, jedoch hat die Lufthansa erneut rund 30 Abflüge in München und Frankfurt annulliert.

Während der Protest-Versammlungen äußerte das Bodenpersonal seinen Unmut über Arbeitsbelastung und dünn besetzte Schichten. Einige äußerten den Wunsch nach mehr Forderungen, da sie der Meinung sind, dass sie die Erhöhung zum Leben brauchen, da alles teurer geworden sei. Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky sieht die Zweiklassengesellschaft zwischen fliegendem Personal und Bodenpersonal als respektlos an und fordert ein Ende dieser Ungleichheit.

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann verteidigte den Konzern und warb um Verständnis für die Notwendigkeit dieser Gewinne für die anstehenden Investitionen in neue Flugzeuge und Technik. Er wies auf einen vor 18 Monaten abgeschlossenen Tarifabschluss mit Gehaltserhöhungen von bis zu 19 Prozent hin und betonte, dass das aktuelle Angebot weitere 13 Prozent innerhalb von drei Jahren vorsehe.

Verdi drohte mit längeren Streiks, falls das bisherige Tarifangebot nicht deutlich nachgebessert werde. Die Gewerkschaft fordert 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit von einem Jahr, sowie eine konzernweite Inflationsprämie von 3000 Euro. Die Lufthansa hat für einen Zeitraum von drei Jahren 13 Prozent mehr Geld sowie eine Inflationsprämie angeboten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Montag geplant.

Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) versuchte, die Lage zu deeskalieren und appellierte an die Gewerkschaften, mit Augenmaß die weiteren Tarifrunden zu gestalten. Die Verhandlungen stocken auch beim Lufthansa-Kabinenpersonal und bei den Crews der Ferienflug-Tochter Discover Airlines.

Der Streik führte zu erheblichen Einschränkungen am Boden und betraf hauptsächlich die Drehkreuze Frankfurt und München, während der Betrieb an den übrigen Flughäfen weitgehend reibungslos verlief. In Düsseldorf wurden keine Verzögerungen oder längere Wartezeiten gemeldet.

Es bleibt abzuwarten, wie die nächsten Verhandlungen verlaufen werden und ob die Möglichkeit einer weiteren Eskalation des Streiks besteht. Es wird sich zeigen, ob die Gewerkschaft und die Lufthansa zu einer Einigung kommen oder ob die Streiks länger andauern und weiteren Unmut in der Luftfahrtbranche verursachen werden.

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