„Rund zehn „vertrauliche Geburten“ pro Jahr in Hessen: Babyklappen werden seltener genutzt“
In Hessen werden jedes Jahr rund zehn „vertrauliche Geburten“ verzeichnet, bei denen Frauen trotz Anonymität medizinische Unterstützung erhalten. Dieses Angebot wurde durch ein Bundesgesetz im Jahr 2014 eingeführt und ermöglicht es Schwangeren, ihre Personalien bei einer Beratungsstelle zu hinterlegen und unter einem Pseudonym in einem Krankenhaus oder bei einer Hebamme betreut zu werden.
Zusätzlich unterstützen die Beratungsstellen die Frauen bei der Entscheidung, ob sie ihr Kind zur Adoption freigeben oder behalten möchten. Falls das Kind zur Adoption freigegeben wird, hat es nach 16 Jahren das Recht, die Daten seiner Mutter einzusehen, um Informationen über seine Herkunft zu erhalten.
Neben den „vertraulichen Geburten“ können Mütter, die ihr Kind anonym abgeben möchten, auch die sogenannten Babyklappen nutzen. In Hessen gibt es fünf solcher Abgabestellen, die ein letztes Hilfsangebot in einer Kette von anderen Unterstützungsangeboten für Frauen und Familien in Not darstellen. Babyklappen werden jedoch nur selten genutzt, wie die Erfahrungen der Einrichtungen in Fulda, Hanau, Kassel, Bad Homburg und Korbach zeigen. In den letzten zehn Jahren wurden insgesamt 29 Kinder in den Babyklappen des Sozialdienstes katholischer Frauen in Fulda, Hanau und Kassel abgegeben.
In Bad Homburg wurde seit mehreren Jahren kein Kind mehr in einer Babyklappe abgegeben, und in Korbach waren es nur zwei Fälle. Auch ist zu erwähnen, dass Babyklappen in Deutschland umstritten sind, da bisher eine gesetzliche Grundlage fehlt und Kinder, die anonym abgegeben werden, das Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung verwehrt wird.
Insgesamt zeigen die Zahlen, dass die Möglichkeit der „vertraulichen Geburten“ und die Nutzung von Babyklappen zwar bestehen, aber nur selten in Anspruch genommen werden. Es bleibt jedoch wichtig, dass für Frauen in Notlagen verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen, um ihnen bei der schwierigen Entscheidung in ihrer Situation helfen zu können.









