Demonstration in Frankfurt: Beamte fordern mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen
Am vergangenen Samstag gingen rund 700 Beamtinnen und Beamte aus Hessen auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter zu demonstrieren. Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst in Hessen hatte im Februar begonnen und die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Geld sowie einen Zuwachs von mindestens 500 Euro.
Die Beamt:innen skandierten im Frankfurter Bahnhofsviertel: „Gute Arbeit, gutes Geld, das ist das, was uns gefallen ist.“ Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, betonte bei der Kundgebung den Druck, den die Beschäftigten durch die Belastungen aus der Krise, die steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise verspüren.
Neben der Forderung nach höheren Gehältern geht es den Beamt:innen auch um bessere Arbeitsbedingungen. Hessen hat nach wie vor die längsten Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst und die Gewerkschaft fordert eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 41 auf 38,5 Stunden. Attraktivere Arbeitsbedingungen sind notwendig, um dem Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst entgegenzuwirken.
Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Heike Ackermann, betonte, dass trotz des Fachkräftemangels die Beschäftigten den Laden am Laufen halten würden, jedoch die Belastung zu groß sei. An Hessens Schulen fehlen beispielsweise ausreichend Entlastungsstunden für Lehrkräfte.
Innenminister Roman Poseck (CDU) hält die Tarifforderungen angesichts der finanziellen Lage des Landes für unangemessen, was von den Gewerkschaften kritisiert wird. Die Forderungen nach angemessener Bezahlung und Arbeitszeitregelungen sind jedoch berechtigt, um den öffentlichen Dienst als attraktiven Arbeitgeber zu erhalten.
Die Gewerkschaften fordern außerdem die Aufwertung von Zulagen für bestimmte Berufsgruppen, die seit Jahren nicht angepasst wurden. Die Beamt:innen verlangen eine angemessene Versorgung auch nach dem Ruhestand, da die Belastungen auf Körper und Geist oft auch im Alter noch spürbar sind.
Die Demonstration der Beamt:innen in Frankfurt zeigt den Druck und die Forderungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Es bleibt abzuwarten, wie die Tarifverhandlungen verlaufen und ob die Forderungen der Gewerkschaften Gehör finden. Es ist wichtig, die Arbeit der Beamt:innen angemessen zu honorieren und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, um den öffentlichen Dienst langfristig zu stärken.









