„Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Hessen fordert faire Entlohnung“
Heute haben in Hessen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst begonnen. Anlass war der Valentinstag, der sich in diesem Jahr mit Aschermittwoch überschneidet. Vor dem Innenministerium in Wiesbaden versammelten sich 250 Angestellte zu einer Kundgebung, um ihre Forderungen an das Land zu unterstreichen: Sie verlangen 10,5 Prozent mehr Einkommen oder mindestens 500 Euro zusätzlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auch Auszubildende sollen mit 260 Euro monatlich mehr entlohnt werden. Darüber hinaus fordern sie die Aufnahme studentischer Hilfskräfte in den Landestarifvertrag.
Die Arbeitgeberseite trat zunächst ohne ein konkretes Angebot an den Verhandlungstisch. Innenminister Roman Poseck (CDU) erklärte, dass die gewerkschaftlichen Forderungen das Land jährlich mehr als zwei Milliarden Euro kosten würden und somit nicht realistisch seien, insbesondere angesichts des angespannten Landeshaushalts.
Die Verhandlungen betreffen rund 56.000 Angestellte des Landes, einschließlich Mitarbeiter in Straßenmeistereien, Forstwirtschaft, Gerichten und Gefängnissen. Wenn das Verhandlungsergebnis auf die Beamtinnen und Beamten übertragen wird, beträfe dies mehr als 160.000 Personen.
Verdi-Bundesvize Christine Behle schloss Warnstreiks und weitere Aktionen nicht aus, um Bewegung an den Verhandlungstisch zu bringen. Sie wies auf den Reallohnverlust der letzten Jahre hin, der durch die vorangegangenen Tarifabschlüsse nicht ausgeglichen wurde. Auch betonte sie die Notwendigkeit eines deutlichen Lohnzuwachses, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.
Beteiligt an den Verhandlungen sind neben Verdi auch der DBB Beamtenbund und Tarifunion, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau).
Hessen ist das einzige Bundesland, das nicht Teil des Arbeitgeberverbandes Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist und daher einen eigenen Tarifvertrag hat. Bei den Verhandlungen für die restlichen 15 Länder einigten sich die Tarifparteien vor etwa zwei Monaten unter anderem auf Sonderzahlungen und eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent bis Oktober 2025.
Die nächsten Verhandlungsrunden in Hessen sind für den 6. und 7. März in Dietzenbach im Kreis Offenbach sowie am 14. und 15. März in Bad Homburg terminiert. Die Verhandlungspartner streben ein Ergebnis bis zum Abschluss dieser Gesprächsrunden an.









