„Bahn und Jäger testen Methode zur Vermeidung von Wildunfällen an Zugstrecken in Hessen“
In Hessen testen Bahn und Jäger derzeit eine Methode zur Vermeidung von Wildunfällen an Zugstrecken. Denn nicht nur auf Straßen, sondern auch auf Schienen sind Tiere oft schwer als Gefahr zu erkennen. Das Ziel ist es, die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren und dadurch das Leid für das Wild zu verringern.
Bereits seit 2022 laufen bundesweit mehrere Pilotprojekte zur Vermeidung von Wildunfällen an Zugstrecken. Dazu gehören auch akustische Wildwarner, die nun auch in Hessen im Taunus zwischen Niedernhausen und Niederbrechen getestet werden. Die Wildwarner werden durch die Geräusche herannahender Züge aktiviert und senden dann einen lauten Pfeifton aus. Gleichzeitig wird per Funk eine Warnkette mit benachbarten Geräten ausgelöst, die ebenfalls pfeifen und blinken. Laut Markus Stifter, Sprecher des Hessischen Landesjagdverbandes, scheinen diese Geräte besonders beim Rehwild eine abschreckende Wirkung zu entfalten.
Die ICE-Strecke Frankfurt-Köln bei Niedernhausen zählt zu den hessischen Schwerpunkten bei Wildunfällen an Schienen, da die Züge dort teils mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde unterwegs sind. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit können die Wildtiere die herannahende Gefahr oft nicht einschätzen, was immer wieder zu Zusammenstößen führt. Zudem benötigen Hochgeschwindigkeitszüge mehrere Kilometer, um zum Stillstand zu kommen, weshalb ein Abbremsen bei Wildwechsel so gut wie unmöglich ist.
Ein weiteres Problem sind möglicherweise blockierte Wildwechsel, beispielsweise durch Baustellen oder attraktive Rückzugsgebiete für das Wild in der Nähe der Bahnstrecken. Aus solchen Gründen sind die Wildwarner und die verstärkte Präsenz der Jäger an den betroffenen Stellen wichtige Maßnahmen zur Vermeidung von Wildunfällen.
Wildunfälle haben nicht nur Auswirkungen auf das betroffene Tier, sondern auch auf den Bahnverkehr, da Züge nach einem Zusammenstoß auf mögliche Schäden untersucht werden müssen. Daher ist es zu begrüßen, dass Bahn und Jäger gemeinsam daran arbeiten, die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren und damit das Leid für das Wild zu verringern. Die Tests mit den akustischen Wildwarnern in Hessen sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung und zeigen, dass Technik und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren entscheidend sein können, um Wildunfällen entgegenzuwirken.









