Marine verteidigt Einsatz der Fregatte „Hessen“ im Roten Meer
Die Fregatte „Hessen“ hat ihren Einsatz im Roten Meer diese Woche mit einem Schuss auf eine US-Drohne begonnen – die aber verfehlt wurde. Der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, verteidigt den Einsatz. Auch Munitionsprobleme dementiert er.
Der Inspekteur der Deutschen Marine, Jan Christian Kaack, hat die Besatzung der Fregatte „Hessen“ gegen Kritik verteidigt, nachdem das Kriegsschiff eine US-Drohne beschossen hat. „Da wurde wie im Lehrbuch vorgegangen. Die Drohne war eindeutig als feindlich klassifiziert. Ich hätte als Kommandant ganz genauso gehandelt“, sagte Kaack der Deutschen Presse-Agentur.
Die Bundeswehr erklärte, die US-Drohne sei ohne Freund-Feind-Kennung und ohne eine Meldung im Kreise der Verbündeten in hoher Geschwindigkeit im Einsatzgebiet der „Hessen“ unterwegs gewesen, in dem sich zu diesem Zeitpunkt 15 zivile Handelsschiffe befanden. Die Entscheidung zum Beschuss erfolgte unter diesen Umständen nach den vereinbarten Regeln und nach Rücksprache mit den Befehlsstellen.
Kaack dementierte außerdem, dass der „Hessen“ ein Engpass bei der Munition droht. „Wir werden zeitnah Munition nachführen“, sagte Kaack. Es wird ausreichend Munition vorhanden sein.
Der Flottenadmiral Axel Schulz, dem auch die „Hessen“ unterstellt ist, hatte hingegen eingeräumt, dass nur für eine der drei Raketenarten ein Bordnachschub aus deutschen Depots geliefert werden konnte. Sobald die Munition verschossen ist, muss der Einsatz beendet werden. Der Zeitpunkt sei unklar.
Die Opposition kritisierte diese Situation. Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Florian Hahn, sagte, die Ampel-Koalition habe den Sachverhalt verschleiert. „Das Parlament hat auch einen Einsatz beschlossen, ohne zu wissen, dass es offensichtlich ein Munitionsproblem der Fregattenklasse 124 gibt“, sagte Hahn.
Der Verteidigungs-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Christian Mölling, sagte MDR AKTUELL, die deutsche Marine sei auf einen Einsatz wie im Roten Meer nicht vorbereitet. Solche Einsätze seien reine Theorie gewesen. Deshalb sei in den vergangenen 30 Jahren alles gespart worden. Es fehle nicht nur an Munition, sondern auch an Personal. Im Kriegsfall könnten nicht einmal alle Marineschiffe gleichzeitig sicher eingesetzt werden.
Am Dienstagabend schoss die „Hessen“ nach Angaben des Verteidigungsministers erstmals Drohnen der jemenitischen Huthi-Miliz ab. Die Fregatte war am Wochenende im Einsatzgebiet eingetroffen, nachdem der Bundestag am Freitag das Mandat zur Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Mission erteilt hatte. Die Bundeswehr kann sich mit bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten an der Mission beteiligen.
Neben den USA sind auch andere westliche Staaten wie Großbritannien an Einsätzen zur Abwehr der Angriffe beteiligt. An dem rein defensiv ausgerichteten Militäreinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt nehmen 18 Länder teil. Neben Deutschland schicken unter anderem Belgien, Italien und Frankreich Schiffe ins Rote Meer.
Die Huthi-Rebellen wollen mit ihren Angriffen auf Handelsschiffe das Ende russischer Kampfeinsätze im Gazastreifen erzwingen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob die Probleme mit der Munition und der Einsatzbereitschaft der deutschen Marine gelöst werden können. Die internationale Beteiligung an der Mission zeigt die Bedeutung des Einsatzes im Roten Meer zur Sicherung der Handelsschifffahrt und zur Bewahrung des Friedens in der Region.









