„Operation Eunavfor Aspides: Die Besatzung der Fregatte „Hessen“ startet in den Nahen Osten“
Die EU hat diese Woche eine Militäroperation in den Gewässern des Nahen Ostens gestartet. Deutschland schickt die Fregatte „Hessen“ in die Schlacht. Aber was kann sie tun? Die EU will sich nicht länger täuschen lassen: Weil die Huthi-Rebellen aus dem Jemen seit Wochen internationale Handelsschiffe im Roten Meer mit Raketen angreifen, sind große Reedereien weltweit gezwungen, einen weiten Bogen um die Region zu machen, und das mit großem Abstand Kosten einzunehmen Sie alternative Routen. Dadurch sind die Ölpreise in die Höhe geschossen und westliche Unternehmen gerieten aufgrund verlängerter Lieferzeiten in Schwierigkeiten. Dem wird die EU nun ein Ende setzen.
Mit einer Militäroperation namens „Eunavfor Aspides“ wollen die Mitgliedsstaaten die Handelsschifffahrt im Nahen Osten schützen. Aspides ist der Plural des griechischen Wortes „Schild“. Deutschland beteiligt sich mit der deutschen Fregatte „Hessen“ an der Operation. Mit rund 240 Soldaten an Bord verließ das Kriegsschiff der Bundeswehr am Donnerstag den größten Stützpunkt der Deutschen Marine in Wilhelmshaven.
„Es gibt keine Einheit in der deutschen Marine, die dafür besser vorbereitet, besser ausgebildet und ausgerüstet ist“, sagte Marineinspektor Jan Christian Kaack in Berlin. Doch was genau kann der „Hesse“ und wofür genau soll er eingesetzt werden? Die Fregatte „Hessen“ ist 143 Meter lang und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 53 Stundenkilometern. Es wurde speziell für die Begleitung und Seekontrolle entwickelt. Nach Angaben der Bundeswehr kann ihr Radar einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen. Die Flugabwehrraketen, mit denen es ausgerüstet ist, haben eine Reichweite von mehr als 160 Kilometern. Neben der regulären Besatzung und zwei Hubschraubern sind auch weitere Rettungskräfte an Bord, darunter ein Ärzteteam und ein Militärseelsorger.
„Wir erwarten das gesamte Spektrum direkter und indirekter Angriffe“, sagte Kaack gegenüber Reportern und verwies auf die Gefahren im Nahen Osten. „Das reicht von ballistischen Langstreckenraketen … über normale Schiffsabwehrraketen bis hin zu Drohnen und sogar Kleindrohnen, aber auch ferngesteuerten Überwassereinheiten im Kamikaze-Einsatz.“ Fregattenkapitän Volker Kübsch sieht darin eine „Brennprobe“ für die „Hesse“. Nach Angaben von Militärvertretern ist es jedoch gut gerüstet, Angriffe dieser Art abzuwehren, insbesondere im Hinblick auf die Flugabwehr.
Marineinspektor Kaack sagte, der Einsatz bedeute eine psychische und physische Belastung für die Besatzung. Die Fregatte werde „im sogenannten Kriegsmarsch“ segeln. Konkret bedeutet das: Die Hälfte der Mannschaft wird immer auf den Stationen sein, da die zu erwartenden Bedrohungen sehr schnell auftreten könnten und dann sehr schnell reagiert werden müsste. „Ein Schiff kann den Kriegsmarsch über einen längeren Zeitraum durchhalten, braucht dann aber auch eine gewisse Ruhephase“, sagt Kaack. Es könnte sein, dass die Crew und das Schiff ein Wochenende im Hafen liegen.
Einsatz auch vor der Küste Irans möglich. An Angriffen auf Houthi-Stellungen im Jemen, wie sie das US-Militär gemeinsam mit Großbritannien verübt, will sich die EU nicht beteiligen. Auch das sehe das EU-Mandat nicht vor, sagte Kaack. Für ihn gleicht der Einsatz im Roten Meer angesichts der Bedrohung der Warenströme in der Region eher einer „erweiterten Landes- und Bündnisverteidigung“. „Wenn uns das nicht gelingt, werden wir Europa nicht verteidigen können“, sagte Kaack. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sollen die Kriegsschiffe der EU-Staaten nicht nur wie ursprünglich geplant im Roten Meer und im Golf von Aden eingesetzt werden, sondern auch Handelsschiffe in der Straße von Hormus, der persischen Küste, Golf und Golf von Oman begleiten dürfen. Alle drei Meeresgebiete liegen vor der Küste Irans, östlich der Arabischen Halbinsel. Grund dafür sind die zahlreichen Vorfälle in der Region in den letzten Jahren. Zuletzt hatte die iranische Marine im Januar im Golf von Oman einen Öltanker der griechischen Reederei Empire Navigation beschlagnahmt.









