„Streik an Lufthansa-Standorten: Piloten und Bodenpersonal legen Arbeit nieder“
Es scheint, als würden die Streiks am Frankfurter Flughafen nicht so schnell enden. Während die Piloten der Lufthansa-Tochter Discover Airlines gerade ihre Arbeit niedergelegt haben, kündigt sich bereits der nächste Streik an. Ab Dienstag wird das Bodenpersonal am Flughafen Frankfurt streiken.
Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag die Bodenbeschäftigten der Lufthansa zu einem Warnstreik an den Lufthansa-Standorten Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart aufgerufen. Der 35-stündige Warnstreik wird nach Angaben der Fluggesellschaft mehr als 100.000 Fluggäste betreffen. Die Lufthansa arbeitet aktuell an einem Sonderflugplan, der zeitnah veröffentlicht wird. Der Streik soll am Dienstag um 4.00 Uhr beginnen und am Mittwoch um 7.10 Uhr enden. Da alle Bodenbeschäftigten von der Wartung bis zur Passagier- und Flugzeugabfertigung zum Warnstreik aufgerufen werden, ist mit massiven Flugausfällen und Verzögerungen zu rechnen.
Der Pilotenstreik am Flughafen Frankfurt hat bereits begonnen. Die Arbeitsniederlegung, von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Donnerstag angekündigt, soll bis Montagabend, 23.59 Uhr andauern. Auch die Piloten der Lufthansa-Flotte 787 sind zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder zu einem dreitägigen Streik aufgerufen, das Ende des Ausstands soll am Montag um 23.59 Uhr sein.
Seit Dezember haben die Piloten bereits einen fünfstündigen Warnstreik und zwei reguläre Streiks veranstaltet, um bei der vor zweieinhalb Jahren gegründeten Gesellschaft einen ersten Tarifvertrag zu erzwingen. Bei den Streiks waren zahlreiche Flugzeuge am Boden geblieben, was die Fluggesellschaft jedoch nicht daran gehindert hat, nahezu alle Passagiere ans Ziel zu bringen.
Die Gewerkschaft wird den Arbeitskampf weiterführen, obwohl ihre materiellen Forderungen damit zunächst weitgehend umgesetzt zu sein scheinen. Eine Betriebsvereinbarung erreiche nicht die Rechtsqualität und Sicherheit eines Tarifvertrags mit der Gewerkschaft, argumentiert die VC. Künftige Gespräche über Gehaltssteigerungen würden zum „kollektiven Betteln“. Es sei erkennbar, dass das Unternehmen lieber mit dem Betriebsrat verhandele und die Höhe der Forderung nicht ausschlaggebend für die Ablehnung des angestrebten Tarifvertrags gewesen sei.
Die VC-Tarifkommission warnt auch vor der vom Lufthansa-Konzern angestrebten „Sozialpartnerschaftscharta“. Mit Vorankündigungsfristen, festgelegten Eskalationsstufen, begründender Mediation, Zwangsschlichtung und Begrenzung möglicher Forderungen werde allein die Einschränkung des Streikrechts angestrebt. Das sei nicht akzeptabel.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Streiks in den kommenden Tagen entwickeln werden und welchen Einfluss sie auf die Flugreisen der Passagiere haben werden. In jedem Fall ist es für Reisende ratsam, sich vorab über mögliche Flugausfälle und Verspätungen zu informieren und gegebenenfalls alternative Reisemöglichkeiten in Betracht zu ziehen.








